Terminator – Die Erlösung

Teminator - Die Erlösung
So viele Jahre mussten wir warten bis wir endlich wieder den stählernen Monstern von Skynet gegenüberstehen dürfen – und dann ist es so eine Pleite…
Das Gute
Regisseur McG (so können sich auch nur Amis freiwillig nennen) präsentiert uns einen schnörkellosen und geradlinigen Kriegsfilm im Jahr 2018, in dem es nur so kracht, ballert, explodiert und brennt. Auf der einen Seite die Kämpfer des Widerstands, die in Hubschraubern und leicht bewaffnet Sabotageangriffe ausführen, auf der anderen Seite die unterschiedlichsten Ausführungen tödlicher Kampfroboter, zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Es vergeht nicht viel Zeit im Film in der nicht geschossen, gerannt oder rumgebrüllt wird, alles in allem eine Art Endzeit-Kriegsszenario bei dem ordentlich Material geschrottet wird.
Das Schlechte
Da sind wir schon, denn mehr Gutes kann ich über den Film auch nicht sagen. Abgesehen vom überaus einfallslosen Drehbuch fällt auf, dass die ganze Baller-Action die überwiegende Unfähigkeit der Darsteller überspielen soll glaubwürdige, interessante und wiedererkennbare Figuren darzustellen. Der vielfach überlobte Christian Bale schreit einfach ein bischen herum, bleibt äußerst undurchsichtig in seinen Motiven und ansonsten ziemlich blass. Ich würde so einem Mann nicht gehorchen, wenn er den Angriffsbefehl auf den Feind urplötzlich und ohne Erklärung in Frage stellt. Die meisten Darsteller um ihn herum werden erst gar nicht näher beschrieben, sein Vater hat in seiner hilflosen Art überhaupt nichts mehr mit dem Kyle Reese aus dem ersten Teil gemeinsam. Michael Ironside steht wie angebunden an sein Kommandomikro in einem langen Mantel im HQ-Uboot herum und bleibt auf ein paar kurze und langweilige, am Ende lächerliche Dialoge mit Connor beschränkt. Was für eine Verschwendung. Es lässt einen auch kalt, dass natürlich auch dieses Uboot später entdeckt und zerstört wird.
Die einzige halbwegs charismatische Rolle im Film hat dann tatsächlich der mysteriöse Marcus, der sich als Cyborg entpuppt, ein Terminator mit menschlichem Herz und Gehirn. Er alleine hat eine Geschichte, eine Entwicklung und handelt motiviert und nachvollziehbar. Leider wird nicht besonders glaubwürdig dargestellt, dass er seine Herkunft und Fähigkeiten nicht kennt, und seine Kräfte verändern sich auch von normal menschlich bis plötzlich übermächtig als er sich dann dem T-800 stellt und diesen durch die Luft schleudert - der übrigens - wir hatten es befürchtet – eine digitale Wiederbelebung von Arnold ist. Na ja, über Motorrad-, Riesen- und Schlangen-Terminatoren lasse ich mich mal nicht näher aus, diese sind teilweise nett anzusehen, grundsätzlich jedoch schwachsinnig und weitgehend abgekupfert und geklaut. Offenbar muss in jedem Terminator-Film auch unbedingt eine Action-Szene mit gigantischem Truck gegen Motorräder vorkommen, als ob ständige Wiederholung nicht langweilig würde.
Das Hässliche
So, was kann man grobfahrlässigen Logik- und Regiefehlern noch hinzufügen? Genau: ein Film der keinerlei Spannung aufbaut, nie überrascht und nicht mal ansatzweise versucht die Figuren mit Leben zu füllen, ist kein richtiger Film, sondern eben nur ein besseres Musikvideo ohne Musik. Am traurigsten ist, dass die Terminatoren nicht mal einen Hauch von Bösartigkeit, Furcht oder Respekt versprühen. Sie sind nur oberflächliche Metallkonstrukte, die es zu zerstören gilt. Langeweile pur, teilweise regt man sich innerlich auf. Ausserdem kommen einfach viel zu wenige vor, die Story will glauben machen, dass Skynet die ganze Erde beherrscht, und dann begegnen uns ein paar Hunter-Killer, gerade mal 2 Terminatoren, und dann diese unsäglichen Transformer-Verschnitte. Mag sein, dass 2018 erst der Auftakt ist und die Maschinen erst noch so richtig loslegen, aber das war einfach alles ein bischen zu blutleer und lahm. Hauptsache es glühen ein paar Atompilze im Hintergrund, man meint, die Macher selbst sind einer Zeitmaschine entstiegen, und kommen aus dem Jahr 1984.
Fazit
Netter Versuch eines nicht allzu talentierten Regisseurs, Effekte im Dauerfeuer, die man alle schon mal gesehen hat (nein, es gibt keine Ahs! und Ohs! in diesem Film), alles geradlinig abgenudelt und zurück bleibt ein Gefühl von „Hätten sie es doch dabei belassen“. Ob ich mich in 25 Jahren noch an diesen Streifen erinnern werde, so wie an das Original – ich bezweifle es sehr. Fast möchte man meinen, der Untertitel spielt auf das Gefühl an, das man hat wenn der Film endlich vorüber ist. Vielleicht wäre die sinngemäßere Übersetzung doch besser gewesen? Und da wundert sich die Filmindustrie dass man Filme nicht mehr für bald 10,- € konsumieren möchte, wenn sie doch eigentlich nur noch den Reiz eines beliebigen youtube Videos erreichen.

Eine Antwort schreiben